Depressionen – und was man dagegen tun kann

Die Zahl der Menschen, die aufgrund psychischer Erkrankungen Hilfe in Anspruch nehmen, steigt. Vor allem Frauen leiden häufiger. Diplom-Psychologe Robert Hohe erklärt die Gründe und weshalb Psychotherapie so wichtig ist.

Jeder Zweite leidet im Lauf seines Lebens an einer psychischen Erkrankung. Inwiefern hat sich die Psychotherapie in den vergangenen Jahren entwickelt und wie erfolgreich ist diese? 

Robert Hohe: „In den letzten Jahren hat es vor allem stets mehr aktive Psychotherapeut:innen gegeben, 25% mehr als 2015. Ich finde dies eine absolut wichtige Entwicklung, die auch zeigt, dass die Politik erkannt hat, wie wichtig Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen in unserer aktuellen Zeit sind. Die Zahl psychischer Störungen hat auch durch Corona nochmal deutlich zugenommen. Natürlich ist vieles noch extrem verbesserungsbedürftig, vor allem wenn man die teils unmenschlich langen Wartezeiten auf einen Therapieplatz [wenn durch die Krankenkasse finanziert wird, Anm.] kennt. Zumindest ist es aber ein Schritt in die richtige Richtung.“

Was können Sie denn über die Wirkung von Psychotherapie sagen?

Robert Hohe: „Der Erfolg bzw. die Wirksamkeit von Psychotherapie ist nachgewiesen. Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass es bei bis zu 80% der Klient:innen zu einer Besserung der Symptome oder einer vollständigen Heilung kommt. Es lohnt sich also immer in Therapie zu gehen.“

Frauen leiden häufiger an psychischen Erkrankungen. Woran liegt das? Was sind Risikofaktoren, die dazu führen?

Robert Hohe: „Das trifft bei der überwiegenden Anzahl an psychischen Störungen in der Tat zu. Man weiß schon lange, dass Frauen eine höhere Wahrscheinlichkeit besitzen, an einer psychischen Störung zu erkranken. Das ist vor Allem bei Essstörungen, Angststörungen oder depressiven Erkrankungen der Fall. Frauen haben hier oft eine doppelt so hohe Prävalenz als Männer, teilweise sogar noch mehr. Für die Gründe, warum es solche großen Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt, gibt es verschiedene Theorien. Ein Grund ist ein erlerntes Rollenverhalten in der Gesellschaft, welches Frau von klein an gelehrt bekommt. So haben junge Frauen oder Mädchen zum Beispiel oft ein anderes Verhältnis zu ihrem Körper als Männer. Dann gibt es noch biologische Unterschiede, Unterschiede in den Hormonen spielen eine Rolle. Interessant ist, dass Jungen, wenn sie noch klein sind, anfälliger gegen Stress sind als Mädchen. Dies ist bis zum Alter von 12 Jahren der Fall und man weiß auch, dass Jungen bis zum Ende der Grundschule mehr an psychischen Störungen leiden als Mädchen. Dies kehrt sich dann bis zum Erwachsenenalter um.“

Was bedeutet das für die Entwicklung von Depressionen bei Frauen? 

Robert Hohe: „Das bedeutet, bei Frauen sind eher belastende Ereignisse im Jugend-oder jungen Erwachsenenalter für die Entwicklung psychischer Störungen entscheidend, als Ereignisse, die im Kindesalter passieren. Hier gibt es allerdings noch viel Arbeit, die getan werden muss von der Seite der Forschung, vor allem wenn es um Dinge wie Prävention etc. geht. Auch gesellschaftliche Aufklärung über das Krankheitsbild Depression seitens der Politik spielt eine wichtige Rolle.“

Was ist der signifikante Unterschied von Männer von Frauen bei psychischen Störungen?

Robert Hohe: „Männer zeigen häufiger Störungen durch Substanzgebrauch oder dissoziale bzw. antisoziale Persönlichkeitsstörungen. Das sind Leute, die gesellschaftliche Regeln, Normen oder Moral missachten, um ein gewisses, für sie vorteilhaftes Ziel zu erreichen ohne dabei groß emphatische Gefühle zu verspüren. Manche Psycholog:innen behaupten, Ex-US-Präsident Donald Trump leide an so einer Störung. Andere Beispiele hierfür sind Mafia-Bosse, aber zum Beispiel auch jemand wie der russische Präsident Vladimir Putin erfüllt meines Erachtens diese Kriterien. Ich denke, man kann dies auch so in unserer Gesellschaft gut beobachten. Das sind auch Leute, die schnell frustriert sind, umgangssprachlich eine kurze Zündschnur haben und zum Beispiel auch gegen ihren Partner:innen oder Kinder aggressiv werden. Danach fehlt oft jegliches Schuldbewusstsein.“

Wie sieht eine erfolgreiche Behandlung bei Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen bei Frauen aus? 

Robert Hohe: „Bei der Behandlung der Depression kommt es natürlich erst einmal auf die Schwere der Depression an. Ist eine Depression stark ausgeprägt, geht es manchmal nicht anders als vorerst mit einer medikamentösen Behandlung – mit Antidepressiva – zu beginnen, um die Patient:innen erst einmal aus dem Schlimmsten herauszukriegen. Erst danach kann man mit einer Gesprächstherapie beginnen. Im Allgemeinen ist immer Gesprächstherapie zu empfehlen. Hier gibt es verschiedene Ansätze, wie zum Beispiel die Tiefenpsychologie oder die Verhaltenstherapie, wobei letztere die Art von Therapie ist, die mir am nähesten liegt. Das muss aber jede Person für sich selbst herausfinden.“

Ab wann sollte man sich Hilfe suchen und sich an einen/eine Psychotherapeut:in wenden? 

Robert Hohe: „Am Wichtigsten ist: sich so früh wie möglich in Therapie zu begeben! Auch wenn man noch nicht denkt, ein wirkliches Problem zu haben, und denkt mit seiner vielleicht depressiven Verstimmung selbst klar zu kommen, kann dadurch ein negativer Verlauf vermieden werden. Oft sind Klient:innen verwundert, wie schnell es ihnen schon besser geht oder wie eine Gesprächstherapie viel angenehmer und viel weniger befremdlich ist als sie erwartet hatten.Ich sage immer, es ist wie eine kleine Box, in die man während der Stunde all seine Probleme hineinwirft und dann vorerst dort lässt, um beim nächsten Mal wieder weiter an ihnen zu arbeiten. Ich kann das nicht oft genug sagen, auch wenn es zum Glück in unserer Gesellschaft immer mehr zu einer Enttabuisierung von Psychotherapie kommt – an dieser Stelle gilt mein Dank auch Amerika, Social Media und Netflix, die sicherlich einiges zu dieser Entstigmatisierung beigetragen haben. Auch wenn Social Media natürlich für die Verbreitung einiger psychischer Probleme mitverantwortlich ist und vor allem bei Heranwachsenden ein gesundheitspsychologisches Risiko bahrt.“

Was sind Verhaltensstrategien für Frauen, um psychische Gesundheit zu fördern und Depressionen zu vermeiden?

Robert Hohe: „Hier gilt es, den Teufelskreis der Depression zu durchbrechen. Meist führt eine depressive Stimmung oder ein depressiver Gedanke zu einer negativen Erwartung oder einem negativen Selbstbild. Dies kann dazu führen, dass man anfängt, sich zurück zu ziehen oder auch Pläne absagt. Schnell trifft man sich gar nicht mehr mit seinen Freund:innen trifft und pflegt soziale Kontakte nicht mehr. Dadurch kommt es zu immer weniger positiven Erlebnissen im Alltag. Man sitzt oder liegt nur noch auf der Couch und ist mit seiner negativen Stimmung – im wahrsten Sinne des Wortes – allein zu Hause, um hier mal einen kleinen Dad-Joke einzubringen. Dieser Mangel an positiven Erlebnissen führt dann wiederum zu einer weiteren Verschlechterung, der ohnehin schlechten Stimmung. Dann kommt es zu immer depressiveren Gedanken und einem weiterem Rückzug.“

Was hilft dann bei Depressionen schnell? 

Robert Hohe: „Ein Verhaltensvorschlag wäre, dass man selber durch Aktion versucht, präventiv eine Depression zu vermeiden oder aus dieser auszubrechen. Heißt, sich zu überwinden, hinaus zu gehen, schöne Dinge zu tun und zu erleben. Auch wenn man im Moment lieber zu Hause geblieben wäre und sich zum 7. Mal alle Staffeln Friends anschauen wollte.“

Was sind Themen, die in Ihrem Bereich aktuell intensiver beforscht werden?

Robert Hohe: „Was ich persönlich ganz interessant finde, ist der Einbezug von Tieren in die Therapie, wie zum Beispiel ausgebildete Therapiehunde. Dass diese positive Effekte auf Klient:innen haben, wie zum Beispiel die Steigerung von Selbstbewusstsein von Personen mit einer geistigen Behinderung – dazu gibt es mittlerweile eine ganz gute Studienlage. Man weiß zum Beispiel auch, dass die alleinige Anwesenheit von einem Therapiehund in einem Raum zu einer Senkung des Blutdrucks führt und angstlösend wirkt. Vor allem Patienten, die an Angststörungen leiden oder auch traumatisierte Personen, profitieren von diesem Effekt natürlich sehr. Aber auch bei älteren Personen, oder Personen die an Demenz leiden, hat man schon positive Effekte durch die Arbeit mit Vierbeinern gefunden, die zum Beispiel sogar dazu führen können, dass weniger Medikamente benötigt werden. Du merkst schon, ich liebe Hunde. Ausschlusskriterium wäre natürlich eine Hundeallergie, dann ist es für die Person wahrscheinlich weniger angenehm. Aber ein Glück gibt es auch Hunde mit hypoallergenem Fell, wie beispielsweise der Pudel.“

Dipl.- Psych. Robert Hohe, M.Sc. (TUM), Psychologe und Wirtschaftswissenschaftler, arbeitete u.a. als Forschungsassistenz an der Harvard Medical School in Boston und ist aktuell als Neuropsychologe an der Vitanas Klinik in Berlin tätig.

10 Dinge, die glückliche Menschen anders machen und was wir von ihnen abschauen können

Es ist mehr als normal, sich an manchen Tagen „glücklicher“ als an anderen zu fühlen – vor allem, wenn man bedenkt, was im Jahr 2022 alles passiert. Um für uns eine große positive Energie im Alltag zu erzeugen, werfen wir einen Blick auf die Gewohnheiten, die wirklich glückliche Menschen gemeinsam haben.

Mithilfe dieser Gewohnheiten und unserer einfachen Tipps für mehr Selbstfürsorge können wir es schaffen, einen Gang runterzuschalten, um hektische Zeiten zu überstehen und die Sonnenseite des Lebens zu begrüßen. Wir verraten 10 Dinge, die glückliche Menschen anders machen.

1. Glückliche Menschen praktizieren Dankbarkeit.

Dankbarkeit ist eine der beliebtesten Gewohnheiten unter den Glücklichen, weil sie funktioniert. Wenn man regelmäßig all die Segen und das Wunderbare in seinem Leben wahrnimmt, ist es fast unmöglich, unglücklich zu sein. Wer die Welt mit dankbaren Augen sieht, wird seine Wahrnehmung automatisch positiver erleben. 

Was Sie heute tun können:

Führen Sie ein Dankbarkeitstagebuch. Es lohnt es sich, einen Moment innezuhalten und sich zu fragen: Was ist heute Gutes passiert? Wofür bin ich dankbar? Mit einem Dankbarkeitstagebuch schulen wir täglich unsere Achtsamkeit und (Selbst)wertschätzung.

2. Glückliche Menschen stellen sich selbst an erste Stelle.

Glückliche Menschen stellen sich selbst immer an erste Stelle, so dass sie sich in zweiter Linie um andere kümmern können. Hier sprechen wir von Selbstfürsorge. Die eigene geistige, emotionale, körperliche und spirituelle Gesundheit ist ein Muss. Ausgeglichen zu sein und sich mit sich selbst und seinem Leben wohl zu fühlen, hilft. Denn wenn Sie glücklich sind, haben Sie so viel mehr zu geben.

Was Sie heute tun können:

Tun Sie heute etwas Schönes für sich selbst. Kümmern Sie sich um Ihre eigenen Bedürfnisse. Das kann ein ausgiebiges Bad sein oder ein Telefonat mit der besten Freundin.

3. Glückliche Menschen geben gerne.

Es ist eine Tatsache, dass Geben uns glücklich macht. So sehr wir auch glauben (und uns beigebracht wird), dass mehr zu bekommen die Lösung ist, so ist dem nicht. Studien haben  gezeigt, dass Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, eine bessere geistige Gesundheit, ein besseres Wohlbefinden und sogar eine höhere Lebenserwartung haben. Sie können Ihre Zeit, Ihre Liebe und Ihre Anwesenheit geben, auch wenn Sie kein Geld geben können.

Was Sie heute tun können:

Finden Sie eine Sache, die Ihnen am Herzen liegt. Bringen Sie in Erfahrung, wie Sie sich engagieren oder unterstützen können.

4. Glückliche Menschen bleiben inspiriert und haben Spaß.

Glückliche Menschen legen Wert darauf, regelmäßig Spaß zu haben und Dinge zu tun, die ihnen helfen zu wachsen und zu lernen. Spaß zu haben ist für sie keine verlorene Kunst, sondern gehört zur täglichen Aufrechterhaltung des Glücks. Es ist wichtig, neue Dinge zu erleben und zu sehen, denn das hilft uns, inspiriert und begeistert zu bleiben.

Was Sie heute tun können:

Erleben Sie heute etwas Aufregendes. Probieren Sie eine neue Aktivität aus, machen Sie ein Picknick, einen Tagesausflug an einen Ort, den Sie schon immer sehen wollten. Oft liegen diese nur wenige Kilometer von unserer Haustüre entfernt und erschließen uns eine „neue Welt“, die uns bis jetzt verborgen geblieben ist. In allen europäischen Hauptstädten gibt es mittlerweile Stadtführungen auch für Einheimische, die den Blick für Dinge schärfen.

5. Glückliche Menschen bleiben im Moment.

Glückliche Menschen tun ihr Bestes, um so oft wie möglich im Moment zu sein. Überlegen Sie mal: Wenn Sie in der Zukunft leben, sind Sie wahrscheinlich ängstlich, und wenn Sie in der Vergangenheit leben, sind Sie wahrscheinlich deprimiert. Damit bleibt die Gegenwart der einzige Moment, dem wir wirklich Aufmerksamkeit schenken sollten. Deshalb praktizieren glückliche Menschen Achtsamkeit – die Kunst, in der Gegenwart zu bleiben.

Was Sie heute tun können:

Tun Sie es endlich und schreiben Sie sich in einem Yoga- oder Pilateskurs ein!

6. Glückliche Menschen entwickeln gesunde Bewältigungsstrategien. 

Glückliche Menschen begegnen stressigen Widrigkeiten im Leben, aber sie haben erfolgreiche Bewältigungsstrategien entwickelt. Wenn man lernt, nach einem schwierigen Ereignis seine Lehren daraus zu ziehen, erhält man eine neue Wertschätzung für das Leben. Die Fähigkeit zu besitzen, neue Wege für sich selbst zu erkennen, mehr persönliche Stärke und bessere Beziehungen zu anderen zu entwicklen ist die natürliche Konsequenz. Glückliche Menschen sind in der Lage, das Gute zu sehen, das aus schwierigen Zeiten entstehen kann.

Was Sie heute tun können:

Versuchen Sie es einmal mit Reframing. Dabei werden Situationen oder Verhaltensweisen werden in einen anderen „Rahmen” gesetzt. So kann sich unsere Einstellung verändern und wir beginnen häufiger positiv zu denken.

7. Glückliche Menschen konzentrieren sich auf ihre Gesundheit. 

Glückliche Menschen kümmern sich um ihren Geist und Körper und bewältigen ihren Stress. Sich auf seine Gesundheit zu konzentrieren, bedeutet jedoch nicht nur, Sport zu treiben. Glückliche Menschen verhalten sich auch wie glückliche Menschen. Sie lächeln, sind engagiert und bringen bei allem, was sie tun, ein optimales Maß an Energie und Begeisterung mit.

Was Sie heute tun können:

Gehen Sie spazieren, laufen Sie, fahren Sie Fahrrad oder lesen Sie ein Buch, das schon seit Jahren in ihrem Kasten steht und entdeckt werden möchte.

8. Glückliche Menschen kultivieren emotionales Bewusstsein.

Es gibt immer mehr wissenschaftliche Belege dafür, dass Menschen, die sich ihrer Emotionen bewusst sind, glücklicher und gesünder sind und sich schneller von traumatischen Ereignissen erholen, weil sie verstehen, was sie fühlen. Wenn Sie ich danach fühlen, kontaktieren Sie für professionelle Hilfe Therapeut:innen, die Ihnen Tipps geben können. 

Was Sie heute tun können:

Führen Sie täglich ein Tagebuch über Ihre Hochs und Tiefs. Das sogenannte Journaling ist in den letzten Jahren ein wichtiger Trend in der Selfcare-Routine für viele geworden.

9. Glückliche Menschen lassen sich nicht von kleinen Problemen herunterziehen.

Worauf Sie Ihre Aufmerksamkeit richten, bestimmt Ihren emotionalen Zustand. Wenn Sie sich auf Ihre Probleme fixieren, erzeugt man nicht, sondern verlängert negative Emotionen und Stress, die Ihre Leistung beeinträchtigen. Konzentrieren Sie sich auf Maßnahmen, um sich selbst und Ihre Lebensumstände zu verbessern. Stichwort: Resilienz!

Was Sie heute tun können:

Gedankenspiralen können ganz schnell unseren Kopf „in die Tiefe stürzen“. Lernen Sie sich zu stoppen und konzentrieren Sie sich mittels Autosuggestion auf einen bestimmten Körperteil und dessen Empfindung. Setzen Sie sich eine Minute hin und denke Sie nur an „Mein rechter Arm wird schwer“ oder „Mein linker Fuß wird warm!“. Dadurch kann sich unser neurologisches System resetten und die Aufmerksamkeit auf etwas neues lenken.

10. Glückliche Menschen bringen zu Ende, was sie anfangen.  

Eine großartige Idee zu haben, bedeutet absolut nichts, wenn man sie nicht umsetzt. Die erfolgreichsten und glücklichsten Menschen setzen ihre Ideen in die Tat um. 

Was Sie heute tun können:

Erstellen Sie einen Schritt-für-Schritt-Plan für Ihre Ziele. Dabei können Sie sich von Sportler:innen einiges abschauen. Oft sieht man sie im Fernsehen vor einem Wettkampf auf der Bank sitzen und in Gedanken z.B. eine Ski-Abfahrt durchgehen. Dies ermöglicht es ihnen die Leistung während des Wettkampfes optimal abrufen zu können. Ein Step-by-Step-Plan kann ebenfalls genau ausformuliert werden und ist dann „im Einsatz“ die Checklist, um sich auf die wesentlichen Dinge im Moment zu konzentrieren.

Wie überwindet man Trauer? Die große Frage des Lebens

In der Regel gibt es „5 Phasen der Trauer“, die folgendermaßen ablaufen können:

Verleugnung: „Das kann nicht sein, dass mir das passiert.“
Wut: „Warum ist das passiert? Wer hat mir das angetan?“
Verhandeln: „Wie kann ich es wieder gut machen?“
Depression: „Ich bin zu traurig, um etwas zu tun.“
Akzeptanz: „Ich bin mit dem Geschehenen im Reinen.“

Wir leben in einer Kultur, die Trauer schnell hinter sich lassen will, um „darüber hinwegzukommen“, als ob sie ein Hindernis wäre. Die Wahrheit ist, dass es abslout normal ist, dass sich ein Trauernder lange Zeit unausgeglichen, erschöpft und unkonzentriert fühlt. Eines gleich vorweg: Es gibt keinen richtigen Weg, um zu trauern, und es gibt keine bestimmte Zeit, in der man darüber hinwegkommen „sollte“. Wir müssen uns daran erinnern, dass es sich um einen Prozess handelt, der uns lehren soll, mitfühlend und tolerant mit unseren Gefühlen umzugehen, um sie zu überwinden!

6 Tipps, wie wir auf gesunde Weise durch die Trauer gehen können

1. Nehmen Sie Ihre Gefühle an

Gefühle kommen und gehen, ob wir es wollen oder nicht. Alles, was wir tun müssen, ist, sie vorbeiziehen zu lassen, wie die Wolken am Himmel. Es ist keine Schwäche oder Abnormität, alle Arten von Gefühlen zu empfinden. Wir können unsere Gefühle regulieren und verarbeiten, indem wir Tagebuch führen, mit einem Therapeuten oder Freund sprechen, uns einer Selbsthilfegruppe anschließen, lesen, Achtsamkeit üben oder Podcasts hören, um uns zu normalisieren und mit anderen in Beziehung zu treten. 

Hören Sie auch auf den Körper, denn Trauer drückt sich auch in körperlichen Schmerzen aus. Sogenannte somatoforme Schmerzen können infolge von Traumata eintreten.

Laut dem Universitätsspital Zürich sieht dies folgendermaßen aus: 

„Bei der Somatoformen Schmerzstörung klagen die Betroffenen über einen anhaltenden, schweren Schmerz in einem Körperteil, für den es keine körperliche Ursache gibt. Schmerzort und -charakter können wechseln, die Schmerzen können zu Schlafstörungen führen und den gesamten Alltag beeinträchtigen. Im Arztgespräch lassen die Erkrankten psychische Ursachen als mögliche Auslöser nicht zu.“ 

2. Strukturieren Sie Ihren Tag und Ihre Ziele

  • Das bedeutet, dass Sie immer zur gleichen Zeit aufstehen, sich anziehen und duschen, auch wenn Sie das Haus nicht verlassen. Auf diese Weise können wir Selbstfürsorge praktizieren.
  • Essen Sie auch kleine, regelmäßige Mahlzeiten, selbst wenn Sie keinen Hunger haben. Versorgen Sie sich mit den wichtigsten Nährstoffen, denn Trauma verursacht auch eine Schwächung des Immunsystems. Proteinriegel können etwa dabei helfen oder fragen Sie in der Apotheke nach einer „Trinknahrung“. 
  • Versuchen Sie, an die frische Luft zu gehen, planen Sie einen Spaziergang ein.
  • Machen Sie Besorgungen und eine Liste von Aktivitäten oder Hausarbeiten, die Sie erledigen können. 

3. Legen Sie einen regelmäßigen Schlafrhythmus fest

Machen Sie es sich zum Ziel, jeden Tag zur gleichen Zeit schlafen zu gehen und aufzuwachen. Sieben bis neun Stunden Schlaf sind das A und O! Dies wirkt sich positiv auf Ihre Stimmung, Ihren Hormonhaushalt und Ihr Gehirn sowie auf die Qualität Ihres Schlafs aus. Gönnen Sie sich bei Bedarf Zeit zum Ausruhen, aber hüten Sie sich davor, zu viel zu schlafen, um dem Trauerprozess zu entkommen.

4. Selbstfürsorge praktizieren

Trauer kann zu Appetitlosigkeit, übermäßigem Essen, Schlaflosigkeit, Energiemangel und Konzentrationsschwierigkeiten führen. Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, ruhen Sie sich aus, treiben Sie Sport und sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, wie Sie sich in dieser schwierigen Zeit selbst versorgen können.

Versuchen Sie sich so gut es geht abzulenken und suchen Sie den sozialen Kontakt sooft es möglich ist. Es ist zwar oft schwer, doch jeder soziale Kontakt fördert unsere psychische Gesundheit. 

5. Drücken Sie Ihre Gefühle aus und weinen Sie

Suchen Sie nach Möglichkeiten, nicht nur über Ihre Verlustgefühle und die Vielzahl der damit verbundenen Emotionen zu sprechen, sondern auch darüber zu schreiben oder sie durch Kunst, Poesie oder Musik auszudrücken. Lassen Sie die Tränen zu, um Ihr Gefühl des Verlusts auszudrücken. Tränen helfen uns zu heilen. 

6. Bitten Sie um Unterstützung

Es gibt Menschen, die in ähnlichen Situationen waren und Ihnen helfen können, diese schwere Zeit zu überstehen. Bitte wenden Sie sich an sie. Freunde, Familie, eine Selbsthilfegruppe oder eine Psychotherapie sind ein guter Anfang. Sie sind nicht allein. Trauer ist ein Bestandteil unseres Lebens und kann sich unterschiedlich ausdrücken. Mit anderen darüber zu reden bzw. mit Menschen, die für solche Situationen geschult sind, kann enorm helfen. 

Manche Menschen werden die Trauer schnell überwinden, und für andere wird sie vielleicht nie wirklich enden; es wird nur mit der Zeit leichter. Sie werden wissen, wann Sie bereit sind, weiterzumachen, wenn Sie die Energie in etwas Neues investieren können und Frieden, Freude und Akzeptanz spüren. Das braucht Zeit. Es ist wichtig, während dieses Prozesses gut zu sich selbst zu sein.

Vergiss Dein inneres Kind nicht: Lektionen zur Selbstliebe

Wenn du gemein zu dir selbst bist, bist du auch grausam zu ihr oder ihm – (Stichwort: Montage deiner schönsten Kindheitsfotos). Egal, ob wir diesen Internet-Trend, der die Selbstliebe fördern soll, kitschig oder zum Heulen finden, es ist etwas Wahres dran. Wir sind die Menschen auf diesen Fotos, nur mit ein bisschen mehr Weisheit, Erfahrung und vielleicht ein paar Fältchen veredelt. In uns wohnt noch dieses Kind. Weshalb wir genau deswegen mit den verletzenden Selbstgesprächen aufhören sollten.

Was genau ist Dein inneres Kind? Das innere Kind ist im Wesentlichen unsere Essenz. Unsere Art zu sein wird uns schon in jungen Jahren in die Wiege gelegt, auch wenn es oft nicht leicht ist, das so zu sehen. Wir wachsen, wir führen Beziehungen und Menschen inspirieren und beeinflussen uns, bestimmte Dinge zu mögen, uns auf bestimmte Weise zu verhalten und verschiedene Ziele zu erreichen. Unser inneres Kind hat bereits früh unsere allgemeine Veranlagung bestimmt, und das ist nicht gerade etwas, dem wir leicht entwachsen. 

Wir alle haben ein inneres Kind. Egal, wie reif, wie erfahren oder wie alt wir uns fühlen, wir können unsere Vergangenheit nicht auslöschen – sie ist ein Teil von uns und bildet eine wichtige Basis für alle Lebenslagen. Es ist nach wie vor Teil unseres Unterbewusstseins und nimmt soziale Hinweise und Botschaften aus der Art und Weise auf, wie wir mit uns selbst sprechen, wie andere mit uns sprechen und wie wir miteinander sprechen.

Noch bevor wir uns dessen bewusst waren, hat unser kindliches Selbst diese Informationen gespeichert – Emotionen, Erinnerungen, Glaubenssysteme, spirituelle Erfahrungen und Träume für die Zukunft. Wenn wir uns die Zeit nehmen, an unser inneres Kind zu denken und diesem unschuldigen Kern in uns allen Raum zu geben, um ihn zu beachten und zu lieben, ist es viel unwahrscheinlicher, dass wir uns selbst herabsetzen oder negativ über uns denken.

Wir sprechen mit Kindern auf eine Weise, die Dankbarkeit und Positivität hervorhebt. Wir sagen ihnen, dass sie klug, lustig, cool, interessant und schön sind, damit sie daran glauben, Vertrauen fassen und in diese Dinge hineinwachsen. Es ist, als ob wir ihnen die Arbeit der Manifestation in die Wiege legen würden. Das verlässt uns nicht, wenn wir älter werden, und deshalb sind Affirmationen so wirksam. Wir müssen immer noch so zu uns selbst sprechen, wie wir es uns wünschen, um das zu kultivieren, was wir sind. Wachstum ist eine Reise, kein festes und schnelles Ziel.

Dein inneres Kind hält an den anfänglichen Dingen fest, die Dir Freude bereitet haben und die dich haben Liebe, Selbstentdeckung, Kummer, Angst, Zweifel, Zuversicht usw. erleben lassen… Diese Erfahrungen sind so wichtig für das, was wir in einem so formbaren Alter sind, aber wir müssen nicht aufhören, formbar zu sein. Die Dinge, die unser Gehirn und unser Herz flexibel halten, sind Liebe und Dankbarkeit. Bevor Du sich also das nächste Mal selbst niedermachst, denke an Dein inneres Kind. An das Kind, das schon vorher da war und das immer noch wächst und sich verändert. Denke daran, wie Du sein möchtest und führe Dich selbst mit Liebe dorthin.

“Alles, was wir als Erwachsene werden, geht darauf zurück, wer wir als Kinder waren, wie wir behandelt wurden und was unsere Ideen und Werte geprägt hat. Wir sind, wer wir waren – nur größer.” – Joy Fielding

Emotionen

Kleines Vorwort

Der Fluss des Lebens nimmt seinen Lauf. Er ist unaufhaltbar. Wir alle leben, lieben, leiden. Oft sind es unsere eigenen Ketten oder die Ketten anderer, die wir glauben, tragen zu müssen, die uns blockieren und bremsen. Wir begegnen Menschen, die Anteile von uns in sich tragen, die einem selber fehlen oder nicht ausreichend ausgeprägt sind. Wir erkennen unsere Schwächen und Stärken in Anderen, um sie ggf. zu integrieren oder uns davon abzugrenzen. Eines ist sicher: Am Ende des Prozesses begegnen wir uns selbst, unserem authentischen Selbst, und sind in der Lage, dem Fluss des Lebens wieder zu vertrauen.

Das ist eine Auswahl an Texten, die emotional geprägte Begegnungen mit den verschiedensten Menschen in Worte gezaubert haben. Texte, die Emotionen, Gefühle und prägnante Situationen im Detail erfassen und in Worte gießen. Das sind Texte für alle sich in Freiheit begebenden Seelen.

*Herz in deiner Hand

Ich steige aus dem Aufzug, öffne die Haustür, die warme Luft einer stillen Sommernacht strömt mir entgegen. Ich höre meine Schritte nicht. Meine Blicke verlieren sich zwischen Asphalt und Laternenlicht. Ich fühle mich weder benutzt noch beschmutzt. Es ist egal. Es ist mir egal. Es ist dem Leben egal. Ich denke nur an dich und folge meinem Herzen, denn du hast es ganz vorsichtig berührt. Ich möchte es dir in deine Hände legen. Wenn es dir zu schwer ist, gib es mir bitte zurück.

*Dämmerung

Es dämmert. In diesem fahlen Licht, das den Himmel mehr oder minder erhellt, beende ich den heutigen Tag. Ich lege den Stift hin, klappe mein Notizbuch zu. Meine Augen sind müde. Mein Geist ist es auch. Gedanken fahren wie ein Zug durch meinen Kopf, ich weiß nicht wo ich aussteigen soll. Gefangen in der Entscheidung, es dir zu sagen oder dir nicht zu sagen. Gefangen in der Stille, in deiner Konformität, in deinen Ketten, die nicht meine sind. Ich möchte sie sprengen, dich frei sehen und lieben.

*Gefängnis

Müde liege ich in deinen Armen, während das Kerzenlicht flackert und alles so flüchtig erscheint. Ich fühle mich ungesehen. Oder missverstanden. Ich frage mein inneres Kind, aber es möchte nichts sagen. Deine Berührungen sind künstlich, starr und leer. Ich fühle nichts. Denn du lässt mich nicht. Ich drehe mich weg. Du nimmst mich nicht wahr, denn du bist bedient. Deine Maske rutscht immer weiter ab, und du merkst nicht, dass ich hinter deine Fassade blicke. Hinter dein verletztes Herz, das nie gelernt hat, geliebt werden zu dürfen – ohne erbrachte Leistung, ohne Erfolge, ohne Trophäe. Ich möchte für dich da sein, aber du erlaubst es nicht. Wir sind zwei Gefangene. Gefangen in der Sehnsucht.

*Juwel

Vorsichtig hole ich dich aus der Schatulle. Wie du glänzt fasziniert mich. Du hörst nie auf zu glänzen. Ich lege dich um meinen Hals, denn heute möchte ich dich präsentieren. Unter Mengen von Menschen, die deinen Glanz sehen und erleben sollen. Tapfer und stolz zierst du mein Dekolleté und wertest alles an mir auf. Ich fühle mich stark und unbesiegbar durch dich. Später lege ich dich zurück in deine Schatulle, verschließe sie gut und sicher. Ich entscheide über dich und trotzdem glänzt du ununterbrochen.

*Lost

Irgendwo in Marrakesh sind wir uns begegnet. Zwischen den Lehmmauern. Ich erinnere mich an den heissen Wind und an den Staub und Schmutz, die an meinem Körper klebten. Zwei Blicke, die sich trafen. Ein Gefühl der Verbundenheit. Eine Projektion meiner Selbst. Du brachtest mich sicher Nachhause, obwohl du mich nicht kanntest. Du wolltest keine Dankbarkeit, kein Geschenk, kein Kompliment. Nur meine Sicherheit. Nur mein Wohlergehen. So schnell du kamst, so schnell gingst du auch. Mich zerfraß die Angst, die Angst dich nie wieder zu sehen. Die Sehnsucht nach meinem Spiegelbild. Unsere gemeinsame Aufgabe war besiegelt. Ich wusste es. Und trotzdem hoffte ich.

*Kein Abschied

Und endlich wurde mir klar, dass es keinen Abschied gibt. Dass ich in keiner Illusion des Abschieds leben muss. Dass dieses Vakuum namens Abschied nicht existiert. Dass all der damit verbundene Schmerz und die damit verbundene Angst und Sehnsucht nur Gefühle aus meiner Kindheit sind. Und wieder einmal warst du in Aufbruchstimmung. „Warum magst du nicht bleiben?“, fragte ich dich. „Weil ich nicht kann“, sagtest du damals. Irgendwie entschlossen, irgendwie zerstreut. Die Welt lag dir zu Füßen. Wie solltest du auch bleiben. Ich wollte Abschied nehmen, aber dann warst du schon verschwunden. Als Juwel geboren bekamst du überall einen Platz. Ich wusste, du würdest noch einige Existenzen mit deiner Schönheit und Reinheit zieren, bevor du zu mir zurück finden würdest. An deinen Platz.

*Rückwärts

Überall bunte Ballons, Zuckerwatte und niedliche Plüschtiere. Ich liebte den Jahrmarkt. Die laute Musik, die vielen Menschen und lachenden Gesichter. Ein Ort der Lebensbejahung. So schlängelte ich mich durch die Massen auf der Suche nach meinem Lieblingskarussel. Und auf der Suche nach dir. Das Karussell mit den Einhörnern, das war es. Hier durfte ich wieder Kind sein – unbeschwert, verträumt und im Moment. Ich drehte Runde für Runde. Für einen Augenblick vergaß ich dich. Unter all den Gesichtern, ich würde dich finden. Eine tiefe Energie floss durch mich. Wann vermag ich abzusteigen? Wie viele Runden kostete es mich, bis mir schlecht wurde? All die Farben, Nuancen, Gerüche und Geräusche – eine Kulisse voller Spiegel, Masken und Betäubung. Ein Ort im Jetzt ohne Zukunft.

*Vergoldet

Deine angestrengten Blicke schweifen durch den engen, stickigen Raum. Ich fühle deine Angst, deine Unruhe, deinen Willen und deine Stärke. Sicher und kompetent hältst du deine Gefühle verschlossen. Lügst du mich oder dich an? Sind es deine vergoldeten Ketten, die sich wie Stahl anfühlen? Ich kann sie nicht mehr tragen. Blutend lasse ich mich frei und dich zurück.

*Fragmente meiner Selbst

Das bin ich. Einst zersprungen und zerbrochen in tausende von Scherben. Ich bin nicht ganz, ich bin nicht vollkommen, doch ich glänze. Ich biete dir Fragmente meiner Selbst. Fragmente etlicher Farben und Formen. Heller Farben, dunkler Farben, leuchtender Farben, kleinster Nuancen und Variationen. Das bin ich. Ein ungleiches Mosaik aus vielen vielen Scherben. Ein Kunstwerk aus tiefer Liebe, Weisheit, Glück und Schmerz. Ein Unikat, das verstehen und verstanden werden möchte. Das bin ich. Ich biete dir alle meine Fragmente.

*Spiegel

Ich wünsche dir Liebe. Liebe, die an dich glaubt, die sich um dich sorgt, die dich aufbaut, die dich pusht, die dich feiert, die dich verführt, die dich tröstet, die dich erleichtert, die dich ermutigt, die dich versteht. Ich wünsche dir Liebe, die dich umarmt, die mit dir rennt, die mit dir stiehlt, die mit dir flüchtet, die mit dir Wege sucht, die dich niemals einfach so aufgibt. Ich wünsche dir Liebe, die dich wertschätzt, die ihre Anteile in dir erkennt, die dich zum wachsen bringt. Ich wünsche dir Liebe, die deine Seele berührt, die dich begehrt, die zu dir gehört. Genau diese Liebe wünsche ich dir.

*Entscheidung

Meine Entscheidung steht fest. Ich habe mich für das Juwel entschieden. Ich liebe seinen Schliff, seinen Glanz, seine Fassung. Wie ein Prisma teilt es sein Licht in die schönsten Farben. Wie ein Spiegel reflektiert es meine Träume und Hoffnungen. Mit diesem Juwel fühle ich mich stark. Mit ihm fühle ich mich sicher, schön und inspiriert. Ich brauche nicht mehr zweifeln. Ich habe mich entschieden.

*Wegweiser

Ein Tag wie jeder andere, einzigartig und wegweisend. Ob ich dich vermisse? Ich bin voller Sehnsucht, wie kann ich dich nicht vermissen. Jeder Trigger, jeder Schmerz, jeder Funke Liebe, Hoffnung und Perspektive mündet in meine unendliche Sehnsucht. In die Sehnsucht nach dem Leben, nach Gefühl, Emotion und Wahrnehmung. Sie fließt, sie kann nur weiter, nicht zurück. Wann steigst du ein?

*Tresor

Völlig safe. Mit dieser periodischen Zahlenkombination, die niemals zu enden scheint. Safe in mitten der teuersten Juwelen. Safe unter einem Haufen Goldbarren habe ich mich weggesperrt. Ich will nicht mehr im Außen glänzen, will mich nicht mehr durch die Menschheit werten lassen. Mein Wert ist bekannt und so habe ich mich an einem gewissen Punkt zu den schönsten Reichtümern dieser Welt in diesen Tresor an einem fernen Ort hinter Tonnen von Stahl niedergelassen. Weil ich mich nur hier sicher fühle, Ihnen so nicht mehr begegnen muss – diesen ganzen Banditen und Heuchlern dieser Welt, die sich mit etwas schmücken wollen, dessen Wert sie nicht im Ansatz zu schätzen und würdigen wissen. Ich bin safe. Am sichersten Ort dieser Welt, in diesem Tresor an einem ganz fernen Ort. Hier wird mich niemand mehr finden.

*Leben

Bewusst entscheide ich mich gegen dieses Leben. Es ist mir nicht böse, es macht mir keine Vorwürfe, es lässt mich einfach frei sein. Frei in meinem Willen, meinen Gefühlen und Entscheidungen. Das Leben möchte nichts von mir. Es besteht auf keine Leistung, auf keinen Gewinn und keine Anerkennung. Das Leben ist weder stolz noch stellt es Ansprüche oder Erwartungen. Es lässt mich los, wenn ich dran ziehe. Es überlässt mir meinen Weg. Und egal, welchen ich gehe. Es ist dem Leben egal.

*Diebe

Ich wusste, als ich die ganzen Texte für dich schrieb, du sie nie lesen würdest. Sie nie annehmen oder gar fühlen könntest. Aus Angst dich zu verirren. Gefangen in deiner Konformität, in deinen dir selbst angelegten Ketten. Getrieben von deiner Sucht nach Freiheit und nach Anerkennung wie ein gestohlenes Juwel. Geblendet von deinem eigenen Glanz konntest du nicht meinen sehen. Ich wollte mit dir rennen, mit dir fliehen, mit dir Wege suchen. Wie zwei leidenschaftliche Diebe in der Dunkelheit. Ich hätte dich nie verlassen, dich immer bewundert und dich für immer geliebt, auch ohne deine Fassung, so wie du bist als loser Stein. Und falls du das hier doch liest, mein Herz bleibt dein Zuhause. Ich warte auf dich.

*Prisma

Du drehst und wendest mich. Du brichst mich in alle meine Teile, weil du die eine suchst. Nichtwissend, dass Licht keine Farbe hat.

*Hölle im Himmel

Ich sehe die Sonne aufgehen. Es ist Zeit, mich auf den Weg zu machen. Schon viel zu lange wach. Ich möchte nur noch Nachhause. Meine Augen brennen im Morgenlicht, während ich versuche, mein Telefon aus der Hosentasche zu ziehen. 7:03 Uhr zeigt das Display an – irgendwie meine Zeit, irgendwie auch nicht. Immer noch betäubt. Ich möchte wissen, wo du bist, was du machst, ob du an mich denkst. Wie fremdgesteuert. Gefangen zwischen all dem, was ich dir sagen möchte und all den Gründen, weshalb ich es nicht tue. Der Weg scheint endlos. Es ist kalt und der Reißverschluss meiner Lederjacke kaputt. Krampfhaft halte ich sie zusammen. Nur noch zwei Ampeln. Sie ziehen an mir vorbei. Die, die zur Arbeit müssen. Die, die ihre Kinder zu Schule bringen. Die, die zum Sport gehen. 07:24 Uhr – ich bin fast da. Heute sage ich es dir. Oder auch nicht.

*Reise

Und so nahm ich dich damals mit auf meine Reise in eine Welt der Emotionen. In eine Welt, in der ich unendlich viele Texte für dich schrieb. In eine Welt fern von Zuhause, um dir eins zu schenken. Ich wusste am Anfang meiner Reise noch nicht, dass du mich stets spiegeln würdest. Und so wusste ich damals auch noch nicht, dass all meine Ängste deine waren und deine Ängste meine. Ich wollte dir näher sein, während du dich weiter entferntest. Ich schrieb weiter meine Zeilen. Wie fremdgesteuert. Gefangen zwischen all dem, was ich dir sagen wollte und all den Gründen, weshalb ich es nicht tat. Ich verlor dich auf dieser Reise. Heute bin ich zurück. Heute möchte ich dir alles sagen. Alles abgelegen, was nicht mehr zu mir gehört. Mich dir nackt, frei und verletzlich zeigen. In meiner Reinheit als Seele. Lass uns die Reise neu beginnen. Und die Angst mit Liebe ersetzen.

*Plantae

Der wohl größte Schmerz ist zu realisieren, dass wir die Zeit nicht zurückholen können. Wenn wir einschlafen, erwartet uns stets der nächste Tage, doch niemals ein vergangener. Der Schmerz, mit unseren getroffenen Entscheidungen leben zu müssen ist vielleicht noch größer. Doch der größte Schmerz ist die Sehnsucht. Wannimmer wir versuchen, sie zu ersticken, entkommt sie uns. Ihre Wege und Facetten kennt keine Grenzen. Und so die Hoffnung. Der Samen des Lebens bleibt unbesiegbar, die Keimung jedoch ungewiss. Vielleicht ist das der größte Schmerz von allem.

*Sicher

Jetzt bin ich sicher. Sicher vor mir selbst, sicher vor all den Menschen, die mir weh getan und mich nicht gesehen haben. Ich muss nicht mehr im Außen glänzen, mich einengen und werten lassen. Jetzt bin ich frei. Frei von Angst und Druck. Frei von Ego und Einsamkeit. Jetzt bin ich sicher und frei – an einem ganz fernen Ort. Hier werde ich blühen, so wie ich es verdient habe.

10 einfache Wege zum Glücklichsein

Glück ist eine so verwirrende Sache – je mehr wir versuchen, es zu finden, desto komplizierter wird es. Ich dachte immer, dass das Glück auf mich warten würde und mich findet, sobald ich „perfekt“ wäre. Heute überrascht es mich nicht, dass ich beides nicht erreicht habe. Also machte ich es mir zur Aufgabe, das Rätsel des Glücks im Detail zu untersuchen. In den letzten Jahren habe ich vielen Menschen, in verschiedensten Lebensphasen – und Zyklen die Frage gestellt: „Wie definieren Sie Glück?“ Denker, Wissenschaftler, Unternehmer und Kreative haben ihre Antworten enthüllt, und jeder von ihnen hat etwas völlig anderes gesagt und erzählt. Glück wurde als alles Mögliche definiert, von der Akzeptanz des Lebens als das, was es ist, bis hin zu einem Gefühl der Zufriedenheit, dem Gefühl der Verbundenheit, Dinge zu erreichen, im Fluss zu sein, Zeit mit der Familie oder in der Natur zu verbringen… Für mich bedeutet Glück in Wahrheit zu leben – oder wie Ghandi einst sagte: „Glück ist, wenn das, was du denkst, was du sagst und was du tust, in Harmonie ist.“ Und wie würdest du die Frage beantworten? Da Glück für jeden von uns etwas anderes zu bedeuteten scheint – wie können wir einfache Wege finden, um mehr davon zu erleben? Mehr davon zu spüren? Für diesen Artikel definiere ich „glücklich sein“ als ein Gefühl der Freude, der Liebe und des Staunens!

Selbstliebe. Rede mit dir selbst wie mit einem Freund. Oft ist es schwer, sich glücklich zu fühlen, wenn uns ständig jemand kränkt oder herunterzieht, und meistens bist du dieser jemand. Meine launische, innere Kritikerin liebt es, mir zu sagen, dass alle anderen besser sind als ich und dass all meine Arbeit letztendlich scheitern wird. Sie kann so ein Teufel sein, und so muss ich diese Stimme jeden Tag herausfordern, um sicherzustellen, dass sie freundlich ist. Ein guter Tipp, um diese Selbstbeschimpfungen zu überwinden, ist die „The Work“-Methode von Byron Katie. Nach jedem negativen Gedanken über sich selbst, wie z. B. „Ich bin nicht genug“, „nicht hübsch genug“, „nicht erfolgreich genug“, „nicht dies genug, nicht das genug“, stelle dir bitte die folgenden Fragen:

1. Ist das wahr?

2. Kann ich mir zu 100 % sicher sein, dass es wahr ist?

3. Wie verhalte, denke oder fühle ich mich bei diesem Gedanken?

4. Wer wäre ich ohne diesen Gedanken?

Nachdem Sie diese Fragen durchgegangen sind, erkennen Sie, dass all Ihre selbstkritischen Gedanken NICHT wahr sind und dass Sie ohne sie wie eine glückliche Wolke herumschweben und das Leben genießen würden.

„Du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben. Also behandele dich auch so.“

Glaube nicht alles, was dir in den Kopf schießt. Dies schließt sich an den letzten Tipp an, lieb zu sich selbst zu sein, aber ich möchte diesen Punkt noch einmal wiederholt vertiefen, weil er so wichtig ist. Unser Gehirn lügt praktisch die ganze Zeit. Der Mensch ist zu 80 % negativ voreingenommen, so dass es normal erscheint, das Schlimmste anzunehmen, bevor man etwas Positives sieht. Viele Menschen neigen dazu, sich von negativen Gedanken überwältigen zu lassen. Ihr Gehirn lügt gerne, um Sie zu schützen, aber Freundlichkeit und mitfühlende Gedanken sind auf lange Sicht ein viel besserer Schutzschild. Setze dich hin und schreibe täglich eine Liste mit Dingen, die du an dir selbst magst. Liste deine Stärken und die Eigenschaften auf, die du an dir selbst bewunderst, und denke daran, auf diese Liste zurückzugreifen, wenn die böse Stimme wieder einmal versucht, dir etwas anderes zu sagen.

„Das Leben ist einfach. Alles geschieht für Dich, nicht gegen Dich. Alles geschieht genau zum richtigen Zeitpunkt, weder zu früh noch zu spät. Du musst das nicht gut finden… es ist nur einfacher, wenn du es tust.“ Byron Katie

Bewege deinen Körper. Bewegung ist wichtig, um die eigene Energie zu steigern und seine Gedanken und Gefühlsqualität zu verbessern. Ich persönlich bin der Meinung, dass es praktisch unmöglich ist, sich „aus einem Problem herauszudenken“; ich glaube jedoch, dass es tatsächlich möglich ist, sich „aus einem Problem herauszubewegen“. Negative und angstgesteuerte Gedanken rauben einem sehr schnell die Freude. Umso leichter ist es, sich in einer Spirale kritischer Gedanken zu verlieren. Wenn dein Verstand das nächste Mal anfängt, sich mit negativem Gedankeninput zu überladen, höre nicht auf deine Zweifel, sondern bewege deinen Körper. Ich lege gerne Musik auf und mache eine fünfminütige Tanzparty, oder wenn ich nicht tanzen kann, entspanne ich meine Schultern, sitze aufrecht, lege den Kopf zurück und lächle wie eine Grinsekatze. Entspannt sich der Körper, entspannt sich auch der Geist. Wenn wir also unsere Körperhaltung so ändern, dass sie unserem Verstand Glücklichsein signalisiert, ist das ein wirklich einfacher Weg, um neue Energie und damit auch neue Gedanken zu erzeugen. Wie Einstein schrieb: „Wir können unsere Probleme nicht mit der gleichen Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“

„Das Leben ist wie Fahrradfahren. Um das Gleichgewicht zu halten, muss man in Bewegung bleiben.“ Albert Einstein

Starte eine Content-Diät! Welche Art von Inhalten konsumierst du täglich? Es gibt nahrhafte Inhalte, die uns ein gutes Gefühl geben, und es gibt ungesunde Junkfood-Inhalte, die uns überfordern und süchtig machen. Wo schaust du schon beim Aufwachen hin? Was liest du? Was hörst du? Ich habe viele Accounts gelöscht, bei denen ich mich nicht wohl fühle, und bin denen gefolgt, die mich vor Energie sprühen lassen. Finde Podcasts, Artikel und Konten, die dein Leben bereichern. Man lebt nur einmal.

„Phantasie ist wichtiger als Wissen.“ Albert Einstein

Ein täglicher Spaziergang. Einfach, aber effektiv! Vor kurzem habe ich meine Sitzmeditation gegen eine kurze Geh- oder Laufmeditation ausgetauscht, und ich bin begeistert von dieser positiven Veränderung meines Gesistes. Der Aufenthalt im Freien bei Tageslicht ist wichtig für den Vitamin-D-Spiegel, der die Stimmung und das Immunsystem enorm stärkt. In Home-Office Zeiten von heute ist es so einfach, in den eigenen vier Wänden zu bleiben, angekettet an unsere E-Mails und Calls. Lasse dich nicht vom Laptop gefangen nehmen. Gehe bei Tageslicht nach draußen, um deine tägliche Glücksdosis zu erhalten.

„Gehen ist die beste Medizin für den Menschen.“ Hippokrates

Einen Freund oder Freundin anrufen. Einsamkeit ist heute problematischer denn je, da COVID die Menschen von ihren Liebsen trennt. Social Distancing muss jedoch nicht gleichbedeutend mit emotionaler Distanz sein. Um glücklich zu sein, muss man verbunden sein! Sorge dafür, dass du dich regelmäßig bei deinen Freunden meldest. Kürzlich erhielt ich einen Anruf von einer Freundin, die ich selbst in einer „normalen Welt“ nur alle sechs Monate oder so sehen würde. Sie rief mich aus heiterem Himmel an, um Hallo zu sagen, und es war tatsächlich so schön, mit ihr zu plaudern. Ich beendete das Telefonat mit einem tiefen Gefühl der Dankbarkeit, dass sie sich gemeldet hatte. Ich bewunderte ihr proaktives Handeln und möchte nun dasselbe für jemand anderen tun.

„Ein Freund ist eines der schönsten Dinge, die man haben kann, und eines der besten Dinge, die man sein kann.” Douglas Pagels

Dein Hautpflegeritual. Es ist wichtiger, als du denkst. Deine Feuchtigkeitsroutine kann eine große Rolle dabei spielen, sich glücklicher zu fühlen, und kann ein Tor zur Bildung von mehr Oxytocin, einem wichtigen Glückshormon, sein. Sich selbst zu berühren, z. B. indem wir eine Maske in unsere Haut einmassieren, regt die Produktion von Oxytocin an. Hautpflegerituale sind einfache Schritte für mehr Wohlbefinden, denn sie sind ruhige Momente nur für uns. Seit kurzem bin ich von der Hydra-Therapy Memory Sleep Mask von Erno Laszlo besessen, denn sie ist zu einem wichtigen Schritt beim Abschalten vor dem Schlafengehen geworden.

„Schöne Haut erfordert Engagement, kein Wunder.“ Erno Laszlo

Ausgiebig schlafen. Die Grundlage dafür, mehr Freude, Wohlbefinden und Liebe zu spüren, ist es, genug Lebensenergie zu haben, um überhaupt „glücklich“ zu denken. Warum versuchen wir nicht, eine Woche lang eine Stunde früher ins Bett zu gehen und zu sehen, ob sich unser Lebensgefühl dadurch ändert? Ich gehe seit kurzem etwa 45 Minuten früher ins Bett als sonst, und ich genieße die Vorteile wirklich. Der Morgen ist leichter, ich fühle mich viel weniger gestresst und habe mehr Energie, um am nächsten Tag etwas zu erledigen. Ein kleiner, aber feiner Tipp, der dir hilft, besser zu schlafen, ist, vor dem Einschlafen in ein Dankbarkeitstagebuch zu schreiben. Untersuchungen haben ergeben, dass Menschen, die mit positiven Gedanken ins Bett gehen, schneller einschlafen, länger schlafen und auch von einer besseren Schlafqualität profitieren. Lege dir einen Notizblock und einen Stift neben dein Bett oder verwende eine App wie Day One. Für alle, die sich Dankbarkeits-Journaling zur Gewohnheit machen wollen.

„Schlaf ist die beste Meditation.“ Dalai Lama

Bildschirmzeit reduzieren. Vielbeschäftigte, überforderte Gehirne sind nicht besonders glücklich oder freudig und haben nicht genug Kapazitäten, um Wunder zu empfangen. Lasse dein Gehirn sich ausruhen und lege die Technik auch mal zur Seite. Hole dir ein Karten- oder Brettspiel heraus oder vertiefe dich in ein gutes Buch. Als ich letztes Jahr anfing, an meinem Buch zu schreiben, fühlte ich mich so glücklich wie schon lange nicht mehr. Ich kam zu der Erkenntnis, dass ich es so lange vor mir herschob, weil zu viel Zeit am Telefon oder Tablet verbrachte. Achte stets darauf, jeden Tag ein paar Stunden technikfreie Zeit einzuplanen. Der positive Effekt wird sich schnell bemerkbar machen.

„Die Zeit verweilt lange genug für denjenigen, der sie nutzen will.“ Leonardo da Vinci

Nichts ist für immer. Denke immer an, dass „glücklich sein“ kein Dauerzustand ist. Wenn du diesen Artikel liest und dich aktuell nicht so glücklich fühlst, dann ist das in Ordnung. Solltest du dich gut fühlen, dann ist das großartig, aber bitte habe keine Angst davor, dass dieser Zustand verblasst oder verschwindet. So wie die Zeit vergeht, kommen und gehen auch unsere Gefühle, und das Glück wird in unserem Leben ein- und ausgehen. Es ist wichtig, sich stets daran zu erinnern, dass es immer wieder zurückkehren wird. Wer das für sich bejaht, kann das Leben willkommen heißen. Er weiß in guten Zeiten, dass schlechtere bevorstehen und in schlechteren, dass die guten wieder folgen werden.

„Gib jedem Tag die Chance, der Schönste deines Lebens zu werden.“ Mark Twain

5 Lügen, die wir uns selbst erzählen

Es ist ein wunderbares Gefühl – zu wissen, dass jeder von uns ein Schöpfer ist. Wir kennen das Gesetz des Manifestierens: „Gedanken werden Wirklichkeit“. Mit diesem „Schlüssel der Macht“ können wir bewusst Fülle in allen Bereichen unseres Lebens verwirklichen, den Zufall bestimmen und erkennen, dass unsere Probleme und Schwierigkeiten in Wirklichkeit verkleidete Chancen zum Besseren sind und sie nutzen.

Das Gesetz der Resonanz findet mittlerweile seinen Weg von der spirituellen Ebene in die Pforten der Neurowissenschaft. Vereinfacht dargestellt gibt einen Teil unseres Gehirns, das so genannte retikuläre aktivierende System (RAS), das jeden Tag mehr als zwei Millionen Daten filtert und Verhaltensmuster auslöst, die sich auf Gedanken und Selbstüberzeugungen beziehen.

Beherrschen Selbstzweifel und negative Selbstgespräche unseren Geist, wird das RAS alles in seiner Macht Stehende tun, um diese zu verwirklichen und uns als „physisches Erlebnis“ zu präsentieren. Wir erfahren immer wieder ähnliche Situationen, die schmerzen und uns kränken. Wenn wir aber diese verbreiteten Lügen, die wir uns ständig und gerne einreden, beseitigen und durch positive neue Überzeugungen ersetzen, wird unser RAS dazu beitragen, eine neue Realität um uns herum durch Begegnungen, Ereignisse und Orte zu manifestieren. Es ist so leicht, in ein Loch von Selbstzweifeln zu fallen, aber mit diesen einfachen Mantras können wir unsere Denkweise nachhaltig ändern.

Im Folgenden stelle ich fünf gängige Lügen oder Gedanken vor, die wir uns selbst einreden, und zeige, wie wir sie durch positive Gedanken ersetzen können.

1. Lüge: „Du (füge ein Wort deiner Wahl ein), warum hast du das getan?“

Ersetzen Sie die Frage stattdessen durch dieses Mantra: „Ich befreie mich von jeglichem Urteil. Ich lerne und wachse ständig aus meinen Fehlern.“

2. Lüge: „Ich bin nicht genug.“

Ersetzen Sie diesen schädlichen Gedanken durch dieses Mantra: „Ich bin genug. Ich bin zu Großem berufen.“

3. Lüge: „Ich bin ein Versager. Ich vermassle es immer.“

Ersetzen Sie dieses Gefühl durch folgendes Mantra: „Ich erkenne jeden Fehler als eine Gelegenheit zu lernen und meinem wahren Potenzial einen Schritt näher zu kommen.“

4. Lüge: „Ich habe keine Zeit für mich.“

Ersetzen Sie diese Überzeugung durch dieses Mantra: „Mein Körper und mein Geist sind ein Tempel, in dem alle Dinge erschaffen werden. Mein Körper und mein Geist verdienen Liebe und Fürsorge.“

5. Lüge: „Ich fühle mich festgefahren. Mein Leben hat keinen Sinn.“

Ersetzen Sie Selbstdestruktivität durch dieses Mantra: „Es gibt immer eine Lösung. Auf geht’s!“

Erwarten Sie ein Wunder und Sie werden es erleben.

Gaslighting: Wenn die Wahrnehmung fremdgesteuert wird

Gaslighting – ein Zustand, der sich schrecklich anfühlt. Wenn ein Freund oder ein geliebter Mensch Sie jemals dazu gebracht hat, Ihren eigenen Realitätssinn in Frage zu stellen, indem eine Situation vorsätzlich heruntergespielt oder manipuliert wurde, ist das absolut schrecklich. Beim Gaslighting handelt es sich nicht nur um Manipulation, es geht den Weg der emotionalen Gewalt und des emotionalen Missbrauchs. Es ist eine Art von verdecktem Mobbing. Der Gaslighter versucht den Gaslightee zu verunsichern und davon zu überzeugen, dass dessen Sicht, sein Verhalten oder seine Beweggründe falsch und inakzeptabel seien. Die Konsequenz: Wir fühlen uns ungesehen, ungehört und beginnen zu glauben, dass wir nicht bei Verstand sind, trotz bester Instinkte, ausgeprägter Intuition und persönlicher Erfahrung. Und was ist noch gefährlicher? Es uns selbst anzutun.


Es ist oft nicht leicht, die eigenen Gefühle und Emotionen anzunehmen, aber ehrlich zu sich selbst zu sein, ist ein entscheidender Anfang, um Grenzen zu verstehen, sie zu setzen, sich selbst zu lieben und sich für sein persönliches Wachstum zu rüsten. Tiefe Selbstfürsorge, über die niemand spricht, fängt an dem Punkt an, wo wir uns nicht nur die Zeit nehmen, darauf zu hören, wie wir uns emotional in unserem Körper fühlen, sondern auch damit anfangen, körperliche Signale in bestimmten Situationen zu spüren und ernst zu nehmen.

Wie sieht also diese Art der Selbstmanipulation aus? 10 Anzeichen dafür, dass wir uns selbst in die Irre führen:

1. Abwertung der eigenen Gefühle

Ein Gefühl zu erleben ist real. Jedes Gefühl in uns, egal wodurch ausgelöst, existiert und ist valide. Es abzuwerten, in dem wir uns besispielsweise sagen, es sei falsch, gar dumm, traurig oder wütend zu sein, verfälscht unsere eigene menschliche Erfahrung. Unser Gefühl ist nicht „falsch“, nur weil es sich von dem eines anderen Menschen unterscheidet.

2. Zu denken, dass etwas grundlegend falsch mit uns sei

Das Gefühl, dass mit uns etwas nicht stimmt, nur weil wir nicht superreich, ein Topmodel oder mit dem Menschen unserer Träume verheiratet sind, ist hochgradig selbstschädigend und degardiert unsere liebevolle Selbstakzeptanz, die es uns erst ermöglicht, Stärken zu entwickeln oder alte Wunden zu heilen.

3. Die Intuition ignorieren

Wenn Sie jemals ein schlechtes Gefühl bei jemandem, in einer Situation oder an einem Ort verspüren und diese machtvolle innere Stimme ignorieren, weil Sie womöglich das Empfinden haben, zu verschlossen zu sein oder jemandem gerecht weden zu müssen, könnten Sie am Ende sehr verletzt werden. Hören Sie auf das, was ihnen Ihr Bauchgefühl sagt – es ist in Ordnung, sich selbst zu vertrauen.

4. Ausreden für das schlechte Verhalten Anderer finden

Wir alle hatten schon Begegnungen und Menschen in unserem Leben, die uns wiederholt verletzt haben. Wir spielen es gegenüber anderen herunter, indem wir uns für sie entschuldigen oder sogar die Schuld für ihr Verhalten übernehmen. Wir gehen davon aus, dass das Problem tatsächlich bei uns liegt, anstatt zu erkennen, dass die betreffende Person wahrscheinlich ein egoistischer Spieler ist.

5. Die eigenen Gedanken und Gefühle herunterspielen

Halten wir uns selbst zu zu sensibel oder gar zu dumm, begrenzen und übergehen wir unsere Freiheit des Ausdrucks und des Urteils auf der Grundlage unserer eigenen Lebenserfahrung. Die eigene Persönlichkeitsentwicklung nimmt Schaden.

6. Zweifel an den eigenen Fähigkeiten

Wenn wir Dinge sagen wie „Sie ist fantastisch, aber das könnte ich nie tun“, begrenzen wir unsere Fähigkeiten und verkaufen uns unter Wert. Üben Sie sich darin, ihr eigener Hero zu sein.

7. Eigene Erinnerungen anzweifeln

Oftmals lassen wir zu, dass die Erinnerung eines anderen unsere eigene prägt, anstatt unserer eigenen Darstellung zu glauben und an ihr festzuhalten.

8. Sich ständig mit anderen vergleichen

Wir alle tun es, und im Zeitalter der sozialen Medien ist es fast unmöglich, es nicht zu tun. Wir müssen uns angewöhnen, die einzigartigen Teile von uns zu lieben – genau diese, die uns ausmachen – anstatt die Teile von uns zu hassen, die anders sind als die von jemand anderem. Wir alle sind auf unsere Art und Weise bewundernswert.

9. Sich ständig selbst die Schuld geben

Selbsterkenntnis ist essentiell. Sich ständig selbst die Schuld für alles zu geben, ist kein produktiver Weg, um sich selbst aufzubauen, zu verändern und weiterzuentwickeln. Mehr Selbstakzeptanz, weniger Schuldzuweisungen – das klärt den Blick auf die eigene Persönlichkeit und unterstützt inneres Wachstum.

10. Sich schuldig fühlen, wenn man Hilfe braucht

Wenn Sie nicht in der Lage sind, um Hilfe zu bitten, ohne sich schuldig zu fühlen oder das Gefühl zu haben, jemanden massiv zu belästigen, ist das ein todsicherer Weg, sich selbst im Wege zu stehen und zu manipulieren, nicht die Unterstützung zu bekommen, die Sie brauchen. Die Wahrheit ist: Wir alle brauchen einander und es ist in Ordnung, um Hilfe zu bitten.

Wenn wir an unsere Stärke glauben, so werden wir täglich stärker.

Mahatma Gandhi

Tipps für den mentalen Frühjahrsputz: Mehr Glück und Zufriedenheit

Jedes Jahr schleicht sich der Frühling an uns heran. Und jedes Jahr beschließen wir, ein wenig aufzuräumen und Ordnung zu schaffen. Aber wie steht um das Entrümpeln unseres mentalen Raums, unseres Geistes? Wie können wir unser tägliches Leben einfacher machen und uns besser fühlen? Unser geistiger Zustand – was wir konsumieren, lesen, hören, sehen, mit wem wir sprechen und, was noch wichtiger ist, wohin wir unsere Energie fließen lassen – spiegelt direkt unser Glücksniveau wider. Unser bestes Leben zu leben ist immer eine Priorität. Nicht nur im Frühling.

Was wir essen

Befreien Sie sich von jeglicher Versuchung, indem Sie Ihr Haus von Junkfood befreien. Sich bewusst für eine bestimmte, gesunde Ernährung zu entscheiden, bedeutet, den ganzen Tag über mehr Energie zu verfügen. Eine pflanzliche Ernährung kann Ihre allgemeine kognitive Leistung steigern und Ihre Gesundheit, Langlebigkeit und Lebensqualität verbessern. Das hat eine Studie von der Havard Medical School herausgefunden.

Durch den Verzehr von Obst und Gemüse nehmen wir viele komplexe Kohlenhydrate, Wasser und Ballaststoffe zu uns, wodurch wir uns länger satt fühlen. Sie werden sich nicht mehr durch ein früheres Nachmittagstief kämpfen müssen. Versuchen Sie es mit einer leichten, frischen und einfachen Mahlzeit, die Sie satt hält und Ihnen die perfekte Energiemenge für den Tag liefert. Denken Sie daran: Versuchen Sie, auf Zucker zu verzichten und 2-3 Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr zu essen. Und vergessen Sie nicht, den ganzen Tag über ausreichend Wasser zu trinken.

Was wir lesen

Lassen Sie Bücher weg, die keine Weisheit vermitteln und nicht zum inneren Wachstum anregen. Glück ist erlernbar. Für jeden. Wie erklärt Bestsellerautor Pierre Franckh in seinem Werk „Einfach glücklich sein!: 7 Schlüssel zur Leichtigkeit des Seins“. Leichtfüßig und anhand vieler persönlicher Anekdoten beschreibt er seine 7 Schlüssel zum Glück: Hingabe, Bewusstsein, Loslassen, Selbstliebe, Veränderungen zulassen, eine positive Grundeinstellung und das Leben im Jetzt. Eine wertvolle Hilfestellung für jene, die Rat suchen und die Reise zum persönlichen Glück nicht aufgegeben haben!

Selbsthilfebücher sind immer eine gute Wahl, um sich zu motivieren und sich seiner selbst bewusst zu werden. Hier sind einige unserer aktuellen Favoriten, darunter auch zeitlose Klassiker, die Sie sicher inspirieren werden wie „Glücklich: Heute, morgen und für immer“ von Kurt Tepperwein, „Das Leben lieben“ von Louise L. Hay oder das brandneue Werk von Maxim Mankevich „Soul Master“.

Was wir hören

Sagen Sie Nein zu beunruhigenden Mord-Podcasts und Ja zu Frequenzen, die Sie aufmuntern und beseelen. Es gibt viele, wertvolle Motivationspodcasts, die uns das Gefühl geben, die beste Version von uns selbst sein zu können. Motivation, Inspiration, praktisches Wissen, Life Hacks und die richtigen Impulse für mehr Glück und Gesundheit liefern zum Beispiel GEDANKENtanken mit jeweils vier neuen, spannende Folgen jede Woche von unterschiedlichen Speakern, Happy, holy & confident von Laura Maria Seiler oder DIE KUNST, DEIN DING ZU MACHEN von Christian Bischoff.

Schalten Sie außerdem die deprimierenden, traurigen Liebeslieder aus und hören Sie stattdessen eine Playlist, die nur gute Schwingungen enthält. Fröhliche Musik weckt positive Emotionen, bringt uns zum Tanzen und prägt in vielfältiger Form unser Leben. Doch sie kann noch mehr: Mediziner finden inzwischen immer mehr Hinweise darauf, dass Musik heilsam wirken kann – nicht nur für die Psyche, sondern auch für den Körper. Sie lindert Schmerzen und Ängste, stärkt das Immunsystem und hilft Herz und Gehirn.

Was wir sehen

Verabschieden Sie sich vom negativen Fernsehen. Wenn Sie nachts nicht schlafen können oder unter Stress leiden, schauen Sie sich etwas Unbeschwertes an. Wenn Sie Ihre Stimmung ändern wollen, entscheiden Sie sich für eine Comedy-Sendung. Und vermeiden Sie die Nachrichten am späten Abend oder am frühen Morgen.

Wem wir folgen

Zögern Sie nicht, auf „Entfolgen“ zu drücken. Machen Sie eine Bestandsaufnahme der Personen, denen Sie auf den Plattformen der sozialen Medien folgen. Entfernen Sie sich von toxischen Inhalten. Das bedeutet, dass Sie negative oder klatschsüchtige Konten in den sozialen Medien löschen sollten. Ersetzen Sie sie durch positive! Fangen Sie an, Orten zu folgen, die Sie besuchen möchten, Konten mit Wohlfühlnachrichten wie @tanksgoodnews, Konten, die Ihnen den Glauben an die Menschheit vermitteln, und Konten mit großartigen Zitaten, denn was Sie sehen, wird Sie zum Nachdenken anregen und Sie werden anfangen, daran zu glauben. Einen Account mit tollen Affirmationen und Zitaten finden Sie bei @thepositiveminds.

Mit wem wir Zeit verbringen

Manche Menschen sind überzeugt, sie müssten sich Liebe verdienen. Dahinter liegt die (oft unbewusste) Überzeugung: Ich bin nicht gut genug. Doch, das sind Sie! Sich von negativen Menschen zu befreien und Zeit mit jenen zu verbringen, die intelligent, engagiert und gleichgesinnt sind, fördert unser Wachstum. Beziehungen sollten helfen, nicht schaden.

Umgeben Sie sich mit Menschen, die die Person widerspiegeln, die Sie sein wollen. Wählen Sie Freunde, auf die Sie stolz sind, Menschen, die Sie bewundern, die Sie lieben und respektieren – Menschen, die Ihren Tag erleuchten, indem sie einfach da sind.

Und zu guter Letzt

Was wir alle akzeptieren sollten: Wir können nichts kontrollieren außer uns selbst.

Der Zusammenhang zwischen ungünstigen Kindheitserfahrungen und emotionaler Intelligenz

Wenn es um unser persönliches Leben geht, sind vergangene Traumata oder schmerzhafte Erinnerungen an negative Kindheitserfahrungen und emotionale Intelligenz oft miteinander verknüpft, und das kann sich auf uns oder unsere Beziehungen als Erwachsene destruktiv auswirken. Der Weg aus dieser Falle ist, den eigenen EQ (emotionale Intelligenz) durch Selbsterkenntnis, Selbstregulierung, Einfühlungsvermögen und Motivation zu verbessern.

Das Leben wirft jedem von uns Steine in den Weg – Verletzungen, Enttäuschungen und Verluste. Als Reaktion darauf empfinden wir verständlicherweise intensive, unangenehme Gefühle wie Trauer, Angst, Wut, Schuldgefühle und Traurigkeit. Bei denjenigen, die ungelöste Erinnerungen an negative Kindheitserfahrungen haben, wecken die gegenwärtigen Herausforderungen oft ähnliche, intensive Gefühle aus der Vergangenheit. Jetzt muss der Überlebende nicht nur mit dem gegenwärtigen Schmerz fertig werden, sondern auch mit dem emotionalen Schmerz aus der Vergangenheit.

Zu den entscheidenden Komponenten der emotionalen Intelligenz gehört es, starke, belastende Emotionen anzuerkennen und die Fähigkeit zu besitzen, sie zu bewältigen – ihre Quelle zu verstehen und Wege zu finden, sie zu kontrollieren. Dysregulierter Stress, d. h. zu starke oder zu schwache Erregung, ist ein zentraler Faktor für den Zusammenhang zwischen negativen Kindheitserfahrungen und gesundheitlichen Folgen. Besonders wichtig ist, dass stark belastende Emotionen, mit denen wir nicht gut umgehen können, dysregulierten Stress auslösen, aufrechterhalten und verschlimmern.

In diesem Beitrag geht es um bestimmte Fähigkeiten, die wir erlernen können, um starke, belastende Emotionen zu zügeln, damit wir die Kontrolle über unsere Stimmung, unsere Gesundheit und unser Funktionieren gewinnen können. Diese Fähigkeiten werden später eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung ungelöster Erinnerungen im Zusammenhang mit negativen Kindheitserfahrungen spielen.

Wege zur Verbesserung der emotionalen Intelligenz

1. Achtsame Bewusstheit

Stelle dir vor, du verfolgst langsam, was in deinem Körper vor sich geht. Irgendwann ruht deine Aufmerksamkeit auf deinem Knie, wo du einen Schmerz bemerkst. Anstatt dich gegen den Schmerz zu stemmen, was ihn noch verschlimmert, umarmst du ihn sanft und freundlich und hältst ihn so, wie du ein Kind, das Schmerzen hat, halten würdest, bis das Kind wieder spielen kann.

Du atmest Mitgefühl in den Bereich, der schmerzt, und dieses Mitgefühl lindert und lindert den Schmerz. Wenn Gedanken aufkommen (wie z.B. “Ich kann diesen Schmerz nicht ertragen” oder “Ich muss diesen Schmerz besiegen”), bringe einfach dein freundliches, nicht wertendes, akzeptierendes und neugieriges Gewahrsein zurück in den Bereich, wo der Schmerz ist. Und wenn du bereit bist, atme ganz bewusst in diesen Bereich ein. Beim Ausatmen löst sich dein Gewahrsein für diesen Bereich auf, während du deine Aufmerksamkeit auf einen anderen Bereich deines Körpers lenkst. Paradoxerweise lässt der Schmerz oft nach, wenn wir ihn akzeptieren und in freundlichem Gewahrsein halten, indem wir einfach unsere Reaktion auf den Schmerz ändern.

Stelle dir nun vor, was passieren würde, wenn du den emotionalen Schmerz in deinem Körper lokalisierst, diesem Bereich Mitgefühl entgegenbringst, ohne zu urteilen oder gegen den Schmerz anzukämpfen, und den Schmerz mit Freundlichkeit lindern würdest. Die Forschung hat gezeigt, dass diese Art der achtsamen Wahrnehmung die Intensität des Schmerzes verringert und unsere Fähigkeit erhöht, mit belastenden Emotionen umzugehen.

2. Selbstmitgefühl

Obwohl es sich als sehr wirksam erwiesen hat, achtsam mit belastenden Emotionen umzugehen, bringt das Selbstmitgefühl zusätzliche Vorteile mit sich. Das entwickelte und beschriebene Selbstmitgefühl beginnt mit der mitfühlenden (achtsamen) Wahrnehmung des eigenen Leidens und ermutigt dann die leidende Person, vier Aussagen zu sich selbst zu wiederholen, wie zum Beispiel:

  • “Dies ist ein Moment des Leidens.” (Dies ist eine sanfte Anerkennung des Schmerzes, ohne zu urteilen oder sofort zu versuchen, ihn zu beheben, was jeweils Spannungen erzeugt.)
  • “Leiden ist ein Teil des Lebens.” (Dies erinnert uns daran, dass wir alle im selben Boot sitzen. Jeder leidet und wünscht sich, glücklich zu sein. Wir sind nicht allein.)
  • “Möge ich Mitgefühl in diesen Moment bringen.” (Mitgefühl löst große und wohltuende Veränderungen in Gehirn und Körper aus.)
  • “Möge ich mir die Freundlichkeit geben, die ich jetzt brauche.” (Die Forschung hat gezeigt, dass Freundlichkeit motivierender ist und zu besseren Ergebnissen führt als harsche Kritik).

Die Kombination aus freundlichem Bewusstsein und Selbstmitgefühl ist nachweislich ein wirksames Gegenmittel gegen störende Emotionen. Dieser Ansatz ist wirksamer als der Versuch, belastende Gefühle zu vermeiden oder sie mit Arbeit, Drogen oder anderen Süchten zu überdecken.

3. Andere Hilfsmittel

Glücklicherweise gibt es andere Hilfsmittel, die uns helfen, mit schwierigen Gefühlen umzugehen. So hat sich beispielsweise wiederholt gezeigt, dass das Anvertrauen von emotionalem Schmerz in schriftlicher Form den Kummer lindert und die Gesundheit verbessert. Anstatt den emotionalen Schmerz in sich zu behalten (wo er einen auffressen kann), drückt man ihn schriftlich aus, in der Regel 15-30 Minuten pro Tag, vier Tage lang. Der Schreiber drückt die Fakten, Emotionen, Gedanken, Bilder und körperlichen Empfindungen aus, die mit den beunruhigenden Ereignissen verbunden sind.

Alle Aspekte eines beunruhigenden Ereignisses (Gefühle, Körperempfindungen, Gedanken und Bilder) aufzuschreiben und dann bestimmte Körperteile zu beklopfen oder Augenbewegungen zu verfolgen, sind Strategien, die aus der Traumabehandlung abgeleitet wurden und von Einzelpersonen in der Regel gefahrlos ausprobiert werden können, um emotionalen Stress schnell zu reduzieren.

Schlussfolgerung

Dies ist eine Auswahl an Handlungsmöglichkeiten, die die Art und Weise, wie wir auf schwierige Emotionen reagieren, sehr effektiv verändern können. Wenn diese Fähigkeiten durch Übung erlernt werden, sind sie im Allgemeinen hilfreich für den Umgang mit schwierigen Gefühlen in der Gegenwart.

Wenn der Schmerz überwältigend zu sein scheint und die Fertigkeiten nicht helfen, könnte das ein Zeichen dafür sein, dass man die Hilfe eines auf die Behandlung traumatischer Wunden spezialisierten Therapeuten in Anspruch nehmen sollte.